Die Charité im Nationalsozialismus
Dienstag, 21.04.
18.15 Uhr: Prof. Sabine Schleiermacher
- Vortrag
Hörsaal 29 (Erich Hoffmann), Rahel-Hirsch-Weg 4
Ende Februar 1933 forderten der Rektor der Berliner Universität, der Dekan der medizinischen Fakultät und sechs weitere Hochschullehrer der Berliner Universität ihre Kollegen dazu auf, sich öffentlich zu den politischen Zielen der neuen Reichsregierung zu bekennen und ihr ihre Unterstützung zuzusagen. Zahlreiche Parteieintritte von Mitgliedern der medizinischen Fakultät wie auch das „Bekenntnis der Professoren“ zu Adolf Hitler verdeutlichen die Parteinahme für die NSDAP und damit verbunden die veränderte politische Ausrichtung des Staates. In dem Vortrag soll danach gefragt werden, was die Ordinarien veranlasst haben mag den neuen Machthabern gleich nach Antritt der neuen Regierung öffentlich ihre Loyalität zu bekunden. Welche Beziehungen bestanden zwischen Mitgliedern der Berliner Hochschulmedizin und Einrichtungen sowie Repräsentanten des Staates? Inwieweit eröffnete der politische Systemwechsel Karrieremöglichkeiten für Ärzte und Wissenschaftlicher, gab es eine Neuausrichtung in der Förderung von Forschungsprojekten wie in der gesundheitspolitischen Zielsetzung und inwieweit war damit eine Verschiebung ethischer Wertsetzungen verbunden?