Jungenbeschneidung ohne Indikation – Perspektiven auf ein Tabuthema im Kinderschutz
Mittwoch, 22.04.
18.00 Uhr: Dr. med. Guido Hegazy
ARGUS-Kinderschutz - Vortrag
Hörsaal 29 (Erich Hoffmann), Rahel-Hirsch-Weg 4
Mehr als 70.000 Jungen verlieren jedes Jahr gesunde Teile ihres Geschlechtsorganes. Dabei beruht ca. ein Drittel auf medizinischen Fehldiagnosen, und zwei Drittel auf kulturell-religiösen Wünschen von Eltern. Solche "Beschneidungen" werden oftmals als Bagatelleingriff dargestellt, doch jedes Jahr kommen nicht nur Hunderte von Jungen im medizinischen Bereich dabei zu Schaden, sondern auch die Langzeitfolgen des Eingriffs und die seelischen Traumatisierungen werden weithin unterschätzt.
Dr. med. Guido Hegazy von www.argus-kinderschutz.org hält dazu einen Vortrag, der sich gleichermaßen an Kinderschützende, Fachpersonen, Eltern und Ärzteschaft wendet. Im Vortrag werden alle relevanten Aspekte abgedeckt: von den realen und fehlerhaften medizinischen Indikationen des Eingriffs, über die Risiken von Schäden und Spätfolgen, bis hin zu vermuteten Vorteilen, den kulturell-religiösen Motivationen von Eltern, und Fragen von Ethik und Recht in Deutschland. Alle Inhalte sind konform zur medizinischen Leitlinie, und beleuchten das Thema immer aus der Perspektive
des Schutzes von Kindern.